Hochwasser 1926 in Calcar

Wie herrlich ist das niederrheinische Land, wenn man es von der Höhe des nahe bei Calcar gelegenen Monreberges ĂŒbersieht. Lachende Fluren, endlose Weiden, freundliche StĂ€dte und Dörfer, wie viele! Und hindurch, wie ein silbernes Band glĂ€nzend im Sonnenschein, der Rhein.

Als ich Ende Dezember 1925 von der Höhe des Monreberges auf die weite Ebene schaute, sah alles anders aus, als sonst. Alles nebelgrau, dunkle WolkenzĂŒge und der Rhein – eine breite, gelbe Flut, hier und da war er schon ĂŒber die Ufer getreten. Große WeideflĂ€chen standen unter Wasser. Und der Rhein stieg, langsam aber stetig. Die Einwohner Calcars wissen aus böser Erfahrung, was dies stetige Steigen des Rheins fĂŒr die Stadt bedeutet.  Es geht ein banges Fragen durch die Stadt: Ob es Hochwasser gibt, ob es einlĂ€uft wie 1920 und die Stadt ĂŒberflutet? An den Deichen leckt es empor. Nur noch ein paar Zentimeter, dann lĂ€uft es ĂŒber. Die Glocken dĂŒrfen nicht mehr gelĂ€utet werden – nur noch die Notglocken. Die Keller sind gerĂ€umt, VorrĂ€te geborgen, Lebensmittel beschafft. Es ist sicher, das Wasser lĂ€uft ein. Bange Erwartung.

Am Abend des 2. Januars, da  - ein eigentĂŒmliches GerĂ€usch – es plĂ€tschert auf der Straße – bald ist sie ĂŒberflutet. Am anderen Morgen steht die ganze Stadt unter Wasser. Die Keller laufen voll; der Zugang zu den HĂ€usern ist gesperrt. Da beginnt ein reges Leben auf dem Wasser. Allerlei Fahrzeuge erscheinen; FlĂ¶ĂŸe, ein paar Bretter zusammengenagelt, oben darauf KĂŒbel, große und kleine KĂ€hne, die vorsorglich bereitgestellt sind – der Verkehr ist wieder hergestellt. Hochwasser 1920-21 (2)HT (Copy)

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