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Joseph von Lauff

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von Lauff Bücher (8)
von Lauff Bücher (9)
  • Joseph von Lauffs Werke:
  • Jan van Calkar, 1883
  • Der Helfensteiner, 1889
  • Die Overstolzin, 1891
  • Die Hexe, 1892
  • Klaus Störtebecker, 1893
  • Inez de Castro,1894
  • Regina Coeli, 1894
  • Die Hauptmannsfrau, 1895
  • Herodias, 1896
  • Lauf' ins Land, 1896
  • Der Mönch von Sankt Sebald, 1896
  • Das rote Kreuz, 1896
  • Der Burggraf, 1897
  • Im Rosenhag, 1897
  • Advent, 1898
  • Der Eisenzahn, 1899
  • Die Geißlerin, 1900
  • Kärrekiek, 1901
  • Rüschhaus, 1901
  • Der Heerohme, 1902
  • Marie Verwahnen, 1902
  • Pittje Pittjewitt1903
  • Frau Aleit, 1905
  • Die Tanzmamsell, 1907
  • Der Deichgraf1908
  • Gotberga, 1908
  • Sankt Anne, 1908
  • Der Tucher von Köln, 1909
  • Sardanapal, 1909
  • Kevelaer, 1910
  • Lux aeterna, 1911
  • Der große König, 1912
  • Die Brinkschulte, 1913
  • Kerkyra, 1913
  • Anne-Susanne, 1915)
  • Die Brixiade, 1915-1920
  • Singendes Schwert, 1915, 1916
  • Sergeant Feuerstein, 1917
  • Schnee, 1919
  • O wie liegt so weit, 1920
  • Sinter Klaas, 1921
  • Springinsröckel, 1922
  • Die Seherin von der Getter, 1923
  • Die Tragikomödie im Hause der Gebrüder Spier, 1924
  • Die heiligen drei Könige, 1925
  • Juffer Beetie. Qualen, 1925
  • Der Prediger von Aldekerk, 1926
  • Perdje Puhl, 1927
  • Der papierene Aloys, 1928
  • Volk ohne Ehre, 1929
  • Das Joseph-von-Lauff-Buch, 1930
  • O du mein Niederrhein, 1930
  • Elisabeth Wandscherer, die Königin, 1931
  • Spiegel meines Lebens, 1932
  • Die Heilige vom Niederrhein,
     
  • rot = Niederrhein-Roman
Joseph von Lauff (2) (Copy)

verpönt

und

  verhöhnt

Kommet alle, reicht mir die Hände und geht mit mir! Ich führe euch in das niederrheinische Land ,wJoseph von Lauff (1) (Copy)ohin ich euch so oft geleitet, denn immer und immer wieder muss ich selber in den stillen Erdenwinkel hinein- sehn, wo etwas liegt, von dem ich nicht sagen kann, warum es so schön ist, und wo mir immer das Herz schlägt, wie es mir immer geschlagen, als ich noch ein kleiner Junge war, die Schneeflocken leise, ganz leise niederspielten, etwas Geheimnisvolles über die weiche, weiße Spreite ging, und Miekske Pollmann mir von Sankt Nikolas und der kommenden Weihnacht erzählte. Und wenn es dann Sommer wurde, und der warme Blust über die Roggen- und Weizenschläge dahinrauchte Und die Mühlen gingen, und die Wasser lagen dann so ruhig in den kreisrunden Kolken, als wäre es Feiertag, und über Dämme und Wiesen wiegte sich die niederrheinische Stille, so still, so unendlich still ... Und aus der Stille wuchsen die niederrheinischen Menschen heraus, die Menschen mit ihrem verschlossenen Wesen und ihrem kantigen Ausdruck in den harten Gesichtern ... Und wenn ich dann in diese harten Gesichter hineinsah, dann sah ich auch bis auf den Grund ihrer Seele, und dann fand ich, dass ihre Seelen anders waren, als die Seelen anderer Menschen. Und dann stand ich und blickte hinein in den Sommertag und hörte die Stille und sah den weichen Rauch, der über die Roggen- und Weizenfelder dahinging. Auch heute ist so ein Sommertag; drum kommet alle, reicht mir die Hände und geht mit mir.  Ich führe euch wieder in das Land meiner Jugend.

von Lauff Bücher (15)-2 (Copy) (Copy)
Joseph von Lauff Text (Copy)

    Aus dem Kreise.  29. Dez. 1910.
    Wie man uns mitteilt, sind auf dem Lande
    Kolporteure an der Arbeit, den Roman
     “ Kevelaer von  Jos. Lauff” zu verbreiten. Wie wir bereits vor einigen Tagen mitteilten, handelt es sich  um einen Kulturkampfroman schlimmster Sorte;   der Verfasser hat sich keineswegs gescheut, mit  seiner Tendenz offen zu Tage zu treten. Es ist selbstverständlich, daß ein solch kirchenfeindliches  Machwerk, das zudem noch von Geschmacklosig-  keiten strotzt, in kein katholische Haus Eingang  finden darf. Wir möchten deshalb die Katho liken nochmals vor dem Ankauf dieses Buches  warnen. 

1930 gefeiert und geehrt

 

1930 gefeiert und geehrt

Ehrenbürger der Stadt Calcar
 

Dem Dichter des Niederrheins

Joseph von Lauff

    “Kommt alle!   Reicht mir die Hand!   Ich führe euch in das Land meiner Jugend.” So steht es eingangs der “Tanzmamsell.”

    Vor jeden seiner niederrheinischen Romane hätte der Dichter diese Worte setzen dürfen; denn sie alle führen in das Land seiner Jugend, in das Land, von dem er selber nicht sagen kann, warum es so schön ist, und “ wo ihn doch immer das Herz schlägt”.

    Niederrheinisches Land! Land der Sehnsucht! Du wunderfeines Land! In deiner ewigen, unberührten Weite träumen des Herrgotts Jahreszeiten in strahlender Weise , in jungen smaragdgrünen, wahl- und zahllos hingestreuten Wiesenteppichen, in blendender Sommerglast, in gespenstischen und schwermütigen Herbstnebeln. Die Dämme und Deiche laufen gleich ausgestreckten Fingern in Pflichterfüllung durch deine grünen Gefilde, durch deine herbstbraunen Schollen, durch deine winterharten Erdkrumen. An deinen Kolken und Wasserlöchern träumen segeltuchschlappende Windmühlen wie selbstgefällige “Mynheers”. Hier schleichen die Wasser des Rheines ruhiger, behäbiger, überlegender - so, wie die Menschen hier ihre Tage vollenden.

    Das ist das Land, in dem du jung warst, das Land, nach dem dein Herz geblutet ein Menschenleben lang. Nächtens und in jeder Tagesstunde ging dein Sinnen und Gedenken mosel- und rheinabwärts hinein in das Land allwo in einer kleinen niederrheinischen Stadt hinter sieben Lindenbäumen, in deren Kronen die wilden Tauben nisteten, ein Häuschen stand, in dem hinter Tapeten graue Zwitschermäuschen das Dasein ihrer Tage vollendeten, allwo im gerdumigen Alkoven dein so gelebtes Kasperltheater stand. Und aus der Stille dieses Landes wuchsen dir die Menschen empor. Und wenn du bis in der Seele Grund schautest, dann hast du immer gefunden , daß sie anders waren denn andere Menschen. Aber geliebt hast du sie alle Tage deines Lebens. Menschen eigener Prägung sind sie stehst gewesen, Menschen mit hartem Wort, kantigem Gesicht und einen butterweichen Gemüt. Gute Menschen, selbstlose Menschen. Diese Braven sind dir immer alles gewesen, so wie dir die Scholle Lebensinhalt war, die sie und auch dich einst jung gesehen und betreut. Und so, aber auch nur so hast du sie gestaltet, liebevoll mit Fleisch und Blut umkleidet, auf daß sie das wurden, was sie in Wahrheit sind: Spiegelbilder ihrer abwechslungsvollen  Landschaft. Und wenn ein Dichterwort sagt: “ Wir tragen die Heimat im Herzen; darum können wir uns nie von ihr lösen,” so ist diese Wort an dir Erfüllung geworden. Nimm dieses eine für dich in Erbpacht: Der ist in tiefster Seele treu, der die Heimat so liebt wie du!”

    Ein Menschenleben lang hast Du dieser niederrheinischen Scholle, hast du dem 700jährigen Calcar unwandelbar und unverbrüchlich die Treue gehalten, auch dann noch, da der Heimat Himmel oft in Bitterkeit gegrollt. Die Beharrlichkeit fand ihren Lohn. Die Heimat hat dir das Höchste gegeben, das sie zu geben imstande ist: das Ehrenbürgerrecht. Trage es makellos und rein, in alter Treue, in standhafter Liebe. Trage es aber auch in stolzem Bewußtsein verdienter Ehrung.

    Ich pflichte Professor Dr. Klapheck bei, der in seinem neuesten Werke über Calcar an besonderer Stelle sagt: “Calcar sollte Joseph von Lauff dankbar sein; er hat unvergleichlich mehr für die Stadt getan, als die gelehrten Kunsthistoriker. Wer wußte denn vorher etwas von dem abseits gelegenen Ort, bis Joseph von Lauff kam und immer von neuem weit im Lande warb für die Stätte seiner Jugend? Auch der weitere Niederrhein sollte ihm dankbar sein! Er ist der Entdecker seiner landschaftlichen Schönheit.” Niemand wird den Mut finden, diese Worte Klaphecks zu leugnen, der mit rein objektiven Augen das Schaffen von Lauffs in seinen Romanen betrachtet. Man darf auch das wertvoll Positive in den niederrheinischen Romanen von Lauffs nicht einfach hinwegdeuten. Und weiter gebe ich Prof. Klapheck Recht, wenn er schreibt: “Man maß vom Niederrhein stammen, Land und Leute erwandert haben, um seine helle Freude an von Lauffs Gestalten und intimer Kleinmalerei zu genießen!” Und wenn er an anderer Stelle den Dichter “den schalkhaft schreibenden Spitzweg aus Calcar nennt, so hinkt dieser Vergleich keineswegs.

    Auf jeden Fall aber wollen wird des Dichters Ehrentag nicht trüben und verblassen lassen durch kleinliche Nöhlerei. Großzügig, wie es selber, wollen auch wir sein.

    Kommt! Reicht ihm die Hände und geht mit ihm an  seinem Tage durch das Land, allwo ihm immer das Herz in tiefer Anhänglichkeit geschlagen.  Begrabet Zwietracht, Haß und bitteren Streit. Der Dichter wird es euch zu danken wissen, wird in seinen weiteren Romanen euch die Ehre, die Dankbarkeit, die Treue geben, die ihr ihm an seinem Tage nicht vorenthalten sollt.
    Heribert Teggers, Goch

    Literatur  : Calcarer Volkszeitung Völkersche Buchhandlung, Goch

 

 

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